Wir sind dankbar, Ihnen berichten zu dürfen, was der Herr in den letzten Monaten im Leben von Menschen bewirkt hat, die mit den Projekten von Aviv Ministry verbunden sind.
Wenn ein gutes Fundament dennoch das falsche ist
Gena, ein professioneller Geiger, wurde in der Sowjetunion geboren. Mit Anfang zwanzig wanderte er nach Israel aus, begann in einem Orchester zu spielen, heiratete und bekam einen Sohn.
Während Jahren schien Genas Leben von aussen betrachtet stabil zu sein. Doch hinter den Kulissen lief es nicht gut. Die Beziehung zu seiner Familie war schwierig, er hatte oft mit Einsamkeit zu kämpfen, und Alkohol wurde für ihn zu einem Mittel, dem Alltag zu entfliehen.
Was als gelegentliches Trinken begann, entwickelte sich nach und nach zu einer schweren Abhängigkeit. Gena verlor seine Stelle im Orchester und begann, in einer Elektronikfabrik zu arbeiten. Lange gelang es ihm, ein scheinbar normales Leben zu führen. Er arbeitete, kam seinen Pflichten nach und versuchte, seine Sucht zu verbergen. Doch sein Alkoholkonsum nahm nach und nach zu, bis sein Leben aus den Fugen geriet und er seinen Job und seine Familie verlor.
In dieser Zeit lernte er einen gläubigen Menschen kennen, der, wie sich herausstellte, der Pastor einer örtlichen christlichen/messianischen Gemeinde war. Wie viele andere Menschen aus der Sowjetunion war Gena als Atheist aufgewachsen, doch schon bei seinem allerersten Besuch in der Gemeinde weckte der Glaube sein tiefes Interesse.
„Obwohl ich betrunken war, als ich die Gottesdienste besuchte, begann Gott, in meinem Herzen zu wirken. Nach einigen Monaten begab ich mich in ein christliches Rehabilitationszentrum in Haifa, wo ich Busse tat und zum Glauben fand.“
Gena durchlief eine bemerkenswerte Veränderung. Das Verlangen nach Alkohol verschwand, und schon bald engagierte er sich aktiv im Leben des Zentrums. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wurde er sogar damit beauftragt, eine neue Reha-Einrichtung in einer anderen Stadt zu leiten. In den folgenden Jahren wurde die Reha-Arbeit zu seinem Ein und Alles. Er war trocken, diente Gott, half anderen und lebte in einer christlichen Gemeinschaft.
Doch es gab eine Schwachstelle in dem Fundament seiner Genesung, die er damals nicht erkannte. „Mein Fundament war das Rehabilitationszentrum, nicht Gott,“ das erkennt Gena jetzt.
Als das Zentrum schliesslich während der Pandemie geschlossen wurde, fehlte ihm plötzlich die Struktur, die sein Leben geprägt hatte. Er wusste nicht, was er als Nächstes tun sollte und verfiel schliesslich wieder dem Alkohol.
Er ging in eine andere christliche Reha-Einrichtung, und wieder einmal half ihm Gott dabei, gesund zu werden. Doch nachdem er die Reha verlassen hatte, kehrte die Sucht zurück.
Heute ist Gena in unserem Rehabilitationszentrum in Beerscheba, und dieses Mal sieht er seinen Weg mit anderen Augen. Er versteht, dass der blosse Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung nicht die Grundlage seines Lebens sein kann. Auch nicht der Dienst, die Arbeit, andere Gläubige oder gar seine eigene Entschlossenheit. All diese Dinge können helfen, aber das Fundament muss Christus selbst sein.
Gena spielt wieder Geige und hofft, eines Tages dem Lobpreisteam unserer Gemeinde beitreten zu können. „Ich möchte wieder ein erfülltes Leben führen und unseren Herrn Jesus Christus verherrlichen!“, sagt er.
Genas Geschichte erinnert uns daran, dass selbst gute Dinge zu einem Ersatz für das wahre Fundament werden können. Ein Dienst, eine christliche Gemeinschaft, eine starke Führungspersönlichkeit, eine vertraute Struktur – all das kann sich eines Tages ändern oder verschwinden. Aber „niemand kann ein anderes Fundament legen als das, welches bereits gelegt ist, nämlich Jesus Christus“ (1. Kor. 3,11).
Bitte beten Sie für Gena, während er seinen Genesungsprozess fortsetzt – dass er diesmal lernt, fest und treu auf dem einzigen Fundament zu stehen, das nicht erschüttert.
Eine wunderbare Neuigkeit!
Als kürzlich in mehreren israelischen Gemeinden Taufen stattfanden, stellten wir fest, dass zehn der Getauften ehemalige Drogenabhängige sind, die in den letzten anderthalb Jahren von der Strasse aus in die Suppenküche des Aviv Centers kamen und später an verschiedene messianische Rehabilitationszentren verwiesen wurden. Es war eine grosse Ermutigung, diese langfristigen Früchte des Dienstes zu sehen und mitzuerleben, wie Gott Leben verändert und Menschen zu sich zieht!
Licht, das in der Dunkelheit leuchtet
Eines Tages meldete sich eine Sozialarbeiterin bei uns und fragte, ob wir eine junge Frau aufnehmen könnten, die im siebten Monat schwanger war. Aufgrund schwieriger Umstände hatte sie keine Bleibe mehr und landete auf der Strasse. Die Sozialbehörden hatten versucht, ihr zu helfen, konnten jedoch keine geeignete Unterkunft für sie finden.
Als wir sie abholten, sass Susan (Name geändert) allein auf einer Bank in der Nähe einer Tankstelle. Im siebten Monat schwanger und ohne Bleibe … Wo war der Vater des Babys? Ihre Eltern? Ihre Verwandten und Freunde? Wie konnte eine Frau in ihrem Zustand völlig allein gelassen werden?
So sieht Dunkelheit aus – wenn eine Person von einer ganzen Welt umgeben ist, aber niemand kommt, um ihr zu helfen, wenn sie es am dringendsten braucht. Wir brachten sie in unser Frauenhaus, und jetzt hat sie ein Zimmer, ein Bett, etwas zu essen und Menschen, die sich um sie kümmern.
Bitte beten Sie dafür, dass Susan das wahre Licht findet, das alle Finsternis vertreibt!
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